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Schwalmstadt wird Konfirmationsstadt

Mit Schreiben vom 31. August 2017 hat das Hess. Ministerium des Innern und für Sport mitgeteilt, dass dem Antrag der Stadt Schwalmstadt vom 2. Mai 2017 auf Verleihung der Bezeichnung „Konfirmationsstadt“ nach § 13 Abs. 2 Hess. Gemeindeordnung (HGO) entsprochen wird und beabsichtigt ist, der Stadt Schwalmstadt die Bezeichnung „Konfirmationsstadt“ zu verleihen.

Die Verleihungsurkunde soll durch den Staatssekretär für Europa, Herrn Mark Weinmeister, übergeben werden. Zurzeit wird abgeklärt, ob die Übergabe während der im Stadtteil Ziegenhain im letzten Oktoberwochenende stattfindenden Veranstaltungen zum Thema „500 Jahre Reformation“ stattfinden kann.

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Geschichtlicher Hintergrund:

2017 jährt sich Martin Luthers berühmter Thesen-Anschlag in Wittenberg zum 500. Mal. Dieses Jubiläum „Luther 2017“ wird weltweit gefeiert. Das Land Hessen gilt in vielerlei Hinsicht als ein Stammland der Reformation. Vor allem Philipp der Groß­mütige, Landgraf von Hessen, hat durch seine Politik die Weichen für die Ausbreitung der Reformation gestellt. Bedeutende Ereignisse wie die erste Konfirmation, Luthers erste Predigt auf dem Rückweg vom Reichstag in Worms oder die erste Synode sind in Nordhessen verortet. Darüber hinaus prägte die Geschichte der hugenottischen Flüchtlinge, die in Hessen Aufnahme fanden, das Land.

Ziegenhain ist ein wichtiger geschichtsträchtiger Ort zu diesem Thema. Im Jahr 1539 wurde die „Ziegenhainer Kirchenzuchtordnung“ erlassen, die als Geburtsstunde der Konfirmation gilt. In ihr wurde festgelegt, dass Kinder systematisch im Katechismus unterrichtet werden sollten, ehe man sie konfirmierte und damit zum Abendmahl zu­ließ. Um die Jugendlichen in der christlichen Lehre zu unterrichten, mussten sie lesen und schreiben lernen. Dadurch entstanden landesweit Schulen, die die Kinder ent­sprechend unterrichteten und als Abschluss wurde die Konfirmation gefeiert. Nach den Grundsätzen dieser Zuchtordnung lassen sich heute weltweit Millionen von Kindern und Jugendlichen konfirmieren.

Das Thema „Ziegenhain – Geburtsort der Konfirmation“ ist deshalb nicht nur aus touristischer Sicht ein Alleinstellungsmerkmal der Stadt und bietet das Potential den Bekanntheitsgrad von Schwalmstadt weiter zu erhöhen. Die touristischen Organisa­tionen wie Schwalm-Touristik, Rotkäppchenland und GrimmHeimat sowie natürlich die Kirchen bearbeiten das Thema seit einiger Zeit und sind bestrebt durch vielfältige Aktionen Ziegenhain, Schwalmstadt und Region weiter bekannt zu machen.

Die Gremien der Stadt Schwalmstadt, Vertreter der Kirche und die touristischen Organisationen zeigten sich alle sehr erfreut darüber, dass mit der Verleihung der Sonderbezeichnung „Konfirmationsstadt“ dieses bedeutende geschichtliche Ereignis als wichtiges Alleinstellungsmerkmal für Schwalmstadt und nicht zuletzt für die gesamte Region gewürdigt wird.

Ziel aller Beteiligten wird es nun sein, die Themen „Konfirmation und Reformation“ nachhaltig sowohl im touristischen als auch im gesellschaftlichen Bereich zu vermarkten und weiter zu entwickeln.

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